7 Wege zur Konfliktlösung – Teil 1

Lea hat vor zwei Monaten ihre wunderschöne Tochter Mia zur Welt gebracht. Und wie das so ist, kurz nach der Geburt ist das Leben erstmal zauberhaft. Das Familienglück ist vollkommen und sowohl Lea als auch ihr Freund Nick sind überglücklich. Doch mit dem Glück kommen auch ein paar eher negative Faktoren hinzu: Die Müdigkeit, weil man auf einmal keine Nacht mehr durch schlafen kann, das Umgehen mit vollkommen neuen Situationen. Für Lea und Nick ist es nicht immer leicht und vor allem fehlt ihnen die Zeit zu Zweit. Jetzt, wo die kleine Mia das Licht der Welt erblickt hat, hält sie ihre Eltern ziemlich auf Trab. Nun steht sie im Mittelpunkt und die Beziehung zwischen Lea und Nick ist ziemlich in den Hintergrund gerückt. So bringst du einen Mann dazu, sich zu öffnen – Klicke hier!

Gestern war das erste Mal, dass ich Lea nach der Geburt alleine getroffen habe. Wir waren zusammen Mittagessen und sahen uns gerade mal knappe zwei Stunden, bis Lea wieder zurück nach Hause musste. In dieser Zeit erzählte sie mir, wie sehr sich die Beziehung zu Nick durch Mia verändert hat.

„Wir beide reden kaum noch miteinander, außer wenn es um Mia geht – weil, wenn wir reden, dann endet das häufig in Streitigkeiten, von daher haben wir das Reden momentan ganz aufgegeben“, erzählte sie mir.

„Worüber streitet ihr euch denn?“, fragte ich sie.

„Ach, über alles und auch nichts. Es sind bloß Kleinigkeiten, wie: ‚Wer geht heute einkaufen? Wer war zuletzt dran mit Müll rausbringen?‘“

„Aber in Wahrheit geht es weder um den Einkauf noch um den Müll, stimmt’s?“

„Ja das stimmt“, antwortete sie. „Aber ich weiß trotzdem nicht genau worum es eigentlich geht“

In folgenden Schritten findest du heraus, wie du solche Konflikte erkennst und löst:

#1: Erkenne deine Landkarte!

Jeder Mensch hat seine eigene Landkarte. Bei der Geburt war diese Landkarte noch leer, keine Straßen, Wege und Haltestellen waren eingezeichnet, doch mit dem Lauf der Zeit hat sich diese Karte entwickelt. Der Mensch hat bestimmte Richtungen und Wege in seinem Leben eingeschlagen, Entscheidungen getroffen und Erfahrungen gesammelt. All diese Erfahrungen, die Gefühle und Werte sind auf dieser Landkarte eingezeichnet.

Wenn du dir über deine eigene Landkarte bewusst bist, kannst du leicht erkennen, warum du tust was du tust, warum du denkst was du denkst und warum du so reagierst wie du reagierst. Bevor du dir anschaust, warum beispielsweise dein Partner so ist wie er ist, solltest du dir über deine eigene Landkarte bewusst sein. So führst du trotz Kind eine glückliche Beziehung!

Bei Konflikten kann das hilfreich sein, weil du dann erkennen kannst, wieso es bei dir zu einem Streit geführt hat und wo der Ursprung dafür liegt. Es kann zum Beispiel sein, dass dein Partner dir helfen möchte, indem er sagt: „Beim nächsten Mal verwendest du besser dieses Putzmittel, damit es auch wirklich sauber wird“ und gerätst dadurch total in Rage und schreist ihn an: „Dann mach es doch einfach selbst“. Und das Ganze endet damit, dass er nicht weiß was er getan hat, weil er es nur gut meinte und helfen wollte und du nicht genau weißt, warum du so stark darauf reagiert hast.

Deine Übung: Finde Situationen, in denen du besonders stark auf etwas reagiert hast, beispielsweise auf etwas, was dein Partner zu dir gesagt hat. Und dann überlege was der Grund für deine Reaktion sein kann. Waren es genau die Worte, die er verwendet hat? Oder hast du vielleicht etwas anderes in seine Worte hinein interpretiert als er gemeint haben könnte? Am besten ist es, wenn du die Tatsachen einmal nüchtern betrachtest und wenn du dir das bildlich vorstellst, dann versuche das Geschehene von oben und aus anderer Perspektive zu betrachten. Zum Beispiel so:

Die Frau hat Fenster geputzt. Der Mann kommt herein und sagt: „Beim nächsten Mal verwendest du besser dieses Putzmittel, damit es auch wirklich sauber wird“. Warum ist die Frau nach diesem Satz so ausgerastet? Wäre sie davon ausgegangen, dass nur positive Absichten hinter seinem Satz steckten und er ihr wirklich nur helfen wollte, hätte sie auch anders darauf reagieren können. Was hat sie also in Wahrheit daraus gehört? Was ist der Satz hinter dem eigentlichen Satz?

Der Satz könnte sein, dass sie daraus nur gehört hat, dass sie nicht richtig Fenster putzen könnte, seinen Ansprüchen nicht gerecht wird und immer nur Fehler macht.

Schritt 1: Finde den Satz hinter dem eigentlichen Satz!

Also den Grund für deine Reaktion. Meist liegt der Grund in negativen Glaubenssätzen, in diesem Fall wäre es zum Beispiel der Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug“ oder schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit. Das kann sein, wenn die Mutter immer zu ihr gesagt hat: „Beim nächsten Mal machst du das aber besser, so ist es eine totale Katastrophe. Nichts kannst du richtig machen“ und aus diesem Grund reagiert sie auf die Worte Beim nächsten Mal so stark – auch wenn der Partner es nur gut meint.

Schritt 2: Löse deine negativen Glaubenssätze auf!

Nachdem du deine negativen Glaubenssätze und Gründe für deine Reaktionen erkannt hast, solltest du sie ändern. Wenn du glaubst „Ich bin nicht gut genug“, dann sage dir ab sofort immer „Ich bin gut genug! Ich kann das!“. Am Anfang wirst du vielleicht glauben, dass sich dadurch immer noch nichts verändert und du nicht gleich etwas vollkommen anderes denken kannst, nur weil du es dir selbst einredest, aber es ist hilfreich, wenn du das Ganze als ein Spiel betrachtest. Je öfter du dieses Spiel spielst, desto mehr wird sich der neue Glaubenssatz auch in dir verfestigen.

Eine gute Übung ist es, wenn du versuchst Beweise für deinen neuen Glaubenssatz zu finden. Beweise dir selber, dass du gut genug bist und es kannst, indem du dir eine Liste erstellst mit all den Dingen, die du schon geschafft hast und bei denen du dir dachtest, dass du gut genug bist. Führe dir diese Liste dann immer vor Augen, wenn wieder Zweifel aufkommen. Deshalb: Lege die Liste an einen Platz, an dem du immer leicht dran kommst.

Schritt 3: Rede mit deinem Partner darüber!

Wenn du erkennen konntest, warum du in bestimmten Situationen für deinen Partner oder andere Personen unverständlich reagiert hast, dann informiere sie darüber. Habe keine Angst davor deine Gefühle zu zeigen, dein Partner wird sich darüber freuen, dass du so offen und ehrlich mit ihm sprichst.

Die Frau in dem Beispiel kann einfach zu ihrem Partner sagen: „Es tut mir leid, dass ich so überreagiert habe, ich weiß du meinst es nur gut und wolltest mir helfen. Der Grund dafür war einfach, dass…“

Du erklärst deinem Partner den Grund und er wird es mit Sicherheit verstehen können. Denn nur wenn er darüber Bescheid weiß, kann er darauf eingehen, indem er es in Zukunft einfach anders formuliert und er versteht dich und weiß warum du gerade so stark reagierst.

Nachdem ich Lea diese Schritte gestern erklärt habe, sind wir gemeinsam auf die Suche nach dem Grund für ihre Streitigkeiten mit Nick gegangen.

„Ihr streitet viel über Alltagsgegenstände, den Müll und das Einkaufen, aber das eigentliche Problem liegt ganz woanders“, fing ich an. „Gab es vielleicht mal einen Moment, einen Konflikt, der dich verletzt hat und der immer wieder bei euch aufkommt?“, fragte ich sie.

Lea überlegte. „Nicht, dass ich wüsste.“

„Vielleicht liegt es ja gar nicht daran, was Nick zu dir gesagt hat, sondern was er nicht sagt. Kann das sein? Wünscht du dir etwas von Nick, das er nicht tut?“, wollte ich von ihr wissen.

„Ja“, sagte sie. „Es gibt tatsächlich etwas, was ich mir sehr von ihm wünsche. Ich würde mir wünschen, wenn er mir ab und zu mal wieder Komplimente macht. Ein einfaches ‚Du siehst heute aber schön aus‘ oder ‚Du bist wirklich eine gute Mutter‘ würden ja schon reichen. Aber von ihm kommt momentan nicht mehr als ‚Wann gehst du wieder einkaufen, die Milch ist schon wieder leer‘. Alles, was ihn interessiert, bezieht sich nicht auf uns.“

#2: Geheime Wünsche

Lea wünscht sich von ihrem Freund mehr Aufmerksamkeit und Komplimente. Solange er das aber nicht weiß, wird sie über jedes andere Thema immer enttäuscht sein. Aus diesem Grund reden sie fast gar nicht mehr miteinander, außer wenn es um Alltägliches geht und natürlich um alles, was Mia betrifft.

In diesem Fall findet ein Konflikt statt, weil sie ihre Wünsche nicht offen kommuniziert.

„Aber wenn ich ihm sage, dass er mir mehr Kompliment machen soll, dann wird es ja nur deshalb tun und nicht, weil er es wirklich so meint“, sagte Lea dazu.

„Nein, das glaube ich. Wenn du es ihm sagst, wirst du seine Ansichtsweise dazu erfahren und ihn besser verstehen können. Es ist sehr wichtig für eine gute Partnerschaft sich alles sagen zu können“

Als Lea dann wieder nach Hause fuhr, redete sie mit Nick. Sie erzählte mir, dass sie ganze drei Stunden, während Mia geschlafen hat, über alles geredet haben. Nick hat ihr erklärt, dass ihm das gar nicht bewusst war. In Wahrheit denkt er sich sehr häufig, dass Lea eine wunderbare Freundin und Mutter ist, er hat es in letzter Zeit nur vergessen zu sagen. Er meinte für Mia will er versuchen, dass zu Hause alles geregelt ist: An Lebensmitteln soll alles da sein, die Wohnung soll so ordentlich wie möglich sein und es soll einfach alles perfekt sein. Er war so beschäftigt damit, dass er die anderen Dinge übersehen hat.

 

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xoxo Miss P

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