Verlustangst erkennen und heilen!

Jeder von uns hat Verlustangst. Die einen mehr, die anderen weniger. Sie entsteht schon in unserer frühen Kindheit und ist somit tief in uns verwurzelt. Im Grunde genommen ist Verlustangst nicht schlechtes, ganz im Gegenteil: Sie kann uns manchmal sogar sehr gut tun! Doch, wenn wir es zulassen, dass die Verlustangst uns von tollen Dingen abhält, sollten wir lernen, sie in den Griff zu bekommen.

Meine Freundin Lea hatte früher sehr große Verlustängste. Sobald sie einen neuen Freund hatte, bekam sie Panik.

„Was ist, wenn das nicht für immer hält? Wenn er mich auch verlässt, so wie die anderen und ich ganz alleine bin?“ – Solche Gedanken gingen ständig in ihr vor.

Sie hatte panische Angst davor ihren Partner wieder zu verlieren, und hat nicht gemerkt, dass sie einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass er sich wieder von ihr entfernte. Ihre große Angst ihn zu verlieren, führte dazu, dass sie sich nicht mehr natürlich ihm gegenüber verhielt. Sie war total eifersüchtig und wollte ihn immer kontrollieren. Lea meinte es nicht böse, sie wollte bloß Sicherheit und Gewissheit haben. Aber für ihre damaligen Freunde war die Eifersucht kaum mehr zu ertragen. Möchtest du endlich lernen wie du deine Grenzen setzen und Nein sagen kannst zu den Dingen, die dir nicht gefallen? Dann klicke hier und du findest die Antwort!

Als ich Lea kennenlernte, erzählte sie von ihren Ex-Freunden und dass sie sich immer von ihr trennten. Sie wusste damals nicht, dass ihre Verlustangst einer glücklichen Beziehung im Wege stand – zumindest wollte sie es nicht wahrhaben und hat den Gedanken niemals bewusst zugelassen. Erst nachdem wir gemeinsam darüber geredet haben, habe ich ihr klar gemacht, dass ihre „schlechten“ Erfahrungen mit den Männern auf ihre Verlustangst zurückzuführen ist.

„Aber woher kommt diese Angst? Sie muss doch mal irgendwann in mir entstanden sein“, fragte sie mich.

„Um dir das zu erklären, fange ich ganz am Anfang an: In der Steinzeit!“

 

#1: Der Ursprung unserer Verlustangst

Wie so vieles andere auch, kommt auch unsere Verlustangst noch aus der Steinzeit. Du kennst ja bereits die Geschichten der Jäger und Sammler. Während die Frau zu Hause auf die Kinder aufpasste und sich bemühte das Haus, oder die Höhle, ordentlich zu halten, ging der starke Mann auf Jagd nach dem Mittagessen. Man geht davon aus, dass es damals noch keine Monogamie und Familien in Form von Mutter, Vater, Kind gab. Wahrscheinlicher ist, dass die Menschen in der Steinzeit als Gemeinschaft zusammen lebten. Mehrere Frauen, mehrere Männer und deren Kinder. Körperlich waren die Männer den Frauen weit überlegen. Aus diesem Grund die klare Rollenverteilung.

Aber: Was macht die Steinzeitfrau ohne Mann? Woher bekommt sie ihre Nahrung, wenn der Mann fehlt?

Und aus diesen zwei Fragen heraus, lässt sich ableiten, woher die Verlustangst kommt.

Heute ergibt diese Verlustangst natürlich keinen Sinn mehr. Wir Frauen schaffen es auch ohne die Männer, das Essen auf den Tisch zu bekommen. Gleichzeitig können wir alleinerziehende Mama und berufstätige Frau sein. Um zu überleben, brauchen wir den Mann also nicht mehr. Und doch steckt immer noch ein Stückchen Verlustangst in uns drin.

 

#2: Entstehung in der Kindheit

Der Grund, warum manche Menschen mehr Verlustangst haben als andere, liegt meist in deren Kindheit. Lea weiß, dass ihre Eltern sie, als sie noch ganz klein war, oftmals haben schreien lassen, ohne nach ihr zu sehen. Sie haben Lea bewusst alleine in ihrem Babybettchen liegen und schreien lassen. Damals dachte man aber noch, dass das gut für das Baby wäre, da sich so irgendwann eine starke Persönlichkeit daraus entwickelt. Ihre Eltern hatten nur gute Absichten dahinter und wollten immer das Beste für Lea.

Zur damaligen Zeit haben das übrigens sehr viele Eltern so gesehen und gemacht, da diese Theorie weit bekannt war.
Heute weiß man, dass dem nicht so ist. Ein Baby schreit, wenn es alleine gelassen wird, weil es Angst hat die Mama zu verlieren. Und alleine kann das Baby noch nicht überleben.

Lea erzählte mir damals noch eine Geschichte: Als sie vier Jahre alt war, und ihren Teller nicht leer gegessen hatte, sind ihre Eltern mit ihr anschließend weggefahren und haben sie alleine am Waldrand ausgesetzt und sind alleine weitergefahren. Ihre Eltern sind bis hinter die nächste Kurve gefahren, haben dort einen Moment lang gewartet und haben Lea anschließend wieder eingesammelt. Obwohl es sich nur um wenige Minuten handelt, hat Lea dieses Ereignis sehr geprägt. Der Mann, den du so toll findest, ist plötzlich verschwunden? Du weißt nicht warum und was du genau tun kannst? Dann klicke hier!

Übung: Kannst du dich an Geschehnisse deiner Vergangenheit erinnern, aus denen du schließen kannst, dass daher deine Verlustangst stammt? Haben deine Eltern dir mal erzählt, dass sie dich früher auch haben weiter schreien lassen?

Finde den Grund/die Gründe für deine Verlustangst!

#3: Diese Gründe sind nicht mehr real!

Nachdem du dir überlegt hast, warum du heute diese Verlustängste hast, was alles in deiner Kindheit dazu geführt haben könnte, ist es an der Zeit dir klarzumachen, dass all die Gründe nicht mehr real sind!

Schreibe dir am besten die Gründe auf ein Blatt Papier auf, damit du sie dir besser anschauen kannst!

Zum Beispiel:

1. Meine Eltern haben mich früher immer alleine in mein Bett gelegt, haben das Licht ausgeschaltet, die Tür zugemacht und sind nicht gekommen, obwohl ich laut geschrien habe.

Dann stellst du dir die Frage: Ist das noch real? Was würde ich tun, wenn mir das heute passiert?

Wenn deine Eltern dich heute alleine im Bett lassen, hättest du dann auch noch diese Angst? – Nein! Entweder würdest du einfach einschlafen oder du könntest aus dem Bett aussteigen.

 

2. Meine Eltern haben mich am Waldrand ausgesetzt und mich fünf Minuten lang alleine gelassen.

Frage: Ist meine Angst hinter diesem Ereignis noch real? Kann mir das heute nochmal passieren?- NEIN!

Du kannst ganz einfach dein Handy herausholen und jemanden anrufen oder einen netten Spaziergang im Wald machen.

#4: Zum Loslassen gehört Verzeihen!

Wenn du weißt, welche Ereignisse deiner Vergangenheit dich geprägt haben, die du gerne loslassen möchtest, dann solltest du als erstes damit beginnen zu verzeihen. Deine Eltern wollten immer nur das Beste für dich. Falls du das noch nicht erkennen kannst, mache folgende Übung:

Schreibe dir die Dinge auf, die deine Eltern damals getan haben, weshalb du heute diese Verlustängste haben könntest. Und im nächsten Schritt überlegst du dir welche Absichten (positive) sie dahinter gehabt haben könnten. (Du kannst deine Eltern auch fragen, warum sie so gehandelt haben wie sie gehandelt haben, wenn du das möchtest)

Beispiel:

Meine Eltern haben mich am Waldrand ausgesetzt und mich fünf Minuten lang alleine gelassen, weil ich meinen Teller nicht aufgegessen habe.

Positive Absicht: Meinen Eltern war es wichtig, dass ich ausreichend Vitamine zu mir nehme, damit ich gesund bleibe.

 

#5: Verändere deine Erinnerung!

Der nächste Schritt, um deine Verlustangst zu heilen, ist es deine negativen Erinnerungen in positive umzuwandeln. Diese Übung ist für dich gut, wenn du trotz der Erkenntnis der positiven Absichten deiner Eltern, mit den vergangenen Ereignissen keinen Frieden schließen kannst.

Stell dir vor du stehst als dieses kleine Kind am Waldrand und deine Eltern sind gerade weggefahren. Aus heutiger Sicht weißt du ganz genau, dass sie innerhalb der nächsten fünf Minuten zu dir zurückkommen. Wenn du dich nun an diesen Augenblick erinnerst, dann stell dir vor, dein junges Ich hätte dein heutiges Wissen. Wie hättest du damals reagiert, wenn du wüsstest du bist nur fünf Minuten alleine und deine Eltern meinen es nur gut mit dir?

Du würdest vielleicht da stehen bleiben und dir denken „Mir passiert nichts. Gleich sind meine Eltern wieder da“. Und sobald sie umkehren und zu dir zurück fahren, hast du nicht mehr das Gefühl sie hätten dich verlassen.

 

#6: Finde die positive Absicht hinter deiner Verlustangst!

Hinter allem was wir Menschen tun, steckt eine positive Absicht. So auch als deine Eltern dich damals vielleicht haben schreien lassen. Sie meinten es nur gut und hatten eine positive Absicht, bei dir ist das jedoch anders angekommen. Aber jetzt weißt du ja zum Glück, dass deine Eltern niemals schlechte Absichten dir gegenüber hatten.

Hinter deiner Verlustangst steckt ebenfalls eine positive Absicht. Sie möchte dich vielleicht vor etwas beschützen oder dir helfen deinen Weg zu finden. Sie ist da, weil sie dir etwas ganz bestimmtes sagen will. Finde heraus, was es sein kann, was dir deine Verlustangst sagen will!

Frage dich selbst in einem ruhigen Moment, was deine Verlustangst dir mitteilen möchte. Die Antwort darauf kannst du nur in dir selbst finden.

Mein Tipp: Stell dir vor deine Verlustangst ist in Form eines kleinen Männchens in deinem Kopf. Und dann kommuniziere mit diesem Männchen! Rede mit ihm, frage ihn, warum er bei dir ist und was seine Absicht ist!

 

Folge jetzt um 1 EURO im Miss P TV Abo freischalten!

 

xoxo Miss P

Leave a Reply